Archiv -> Internist (Innere Medizin)   
Gesund durch Schwitzen
Die Finnen haben die heilende und gesundheitsfördernde Wirkung der Sauna bereits vor über zweitausend Jahren entdeckt. Auch hierzulande nutzen nicht nur Sportler die entspannende Atmosphäre des Schwitztempels,um ihren Muskelkater auszukurieren.

Die Wirkung

Auch Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, sich sportlich zu betätigen, können in der Sauna ihre Blutgefäße und das Herz-Kreislauf-System trainieren. Ein weiterer Vorteil regelmäßigen Schwitzens ist die Erkältungsprophylaxe. Voraussetzung hierfür ist ein regelmäßiger Saunabesuch, der auch im Sommer nicht vernachlässigt werden darf. In einer etwa 80 °C heißen Sauna schwitzt man alle 15 Minuten durchschnittlich 400-500 Gramm oder nach zwei Durchgängen rund einen Liter aus. Während des Saunierens wird die Temperatur des Körperkerns um bis zu 2 °C, die der Haut um bis zu 10 °C angehoben. Durch die Weitung die Blutgefäße kann die doppelte Menge Blut durch sie hindurch gepumpt werden, sodass mehr Sauerstoff und Nährstoffe das Herz versorgen können.

Was passiert außerdem im Körper?

Der Organismus versucht, den durch das Schwitzen entstandenen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Er speichert Wasser im Gewebe, gibt so die Schlackenstoffe, die zwischen den Fettzellen deponiert sind, ins Blut ab und scheidet sie über die Nieren aus (Entschlackung). Durch die eingeatmete, warme Luft werden die Nasen-, Mund- und Rachenschleimhäute besser durchblutet und können durch die erhöhte Sekretion verstärkt Abwehrstoffe abgeben. Wenn das kultivierte Schwitzen kontinuierlich über sechs Monate eingehalten wird, kann es zu einer erhöhten Immunstärkung kommen, die sich durch eine verminderte Wetterfühligkeit bemerkbar macht.

Die wichtigsten Utensilien für den Saunagang

  • ein großes Handtuch zum Liegen
  • zwei Handtücher
  • Bademantel
  • rutschfeste Badeschlappen
  • Duschgel
Die Saunaregeln

  • Nehmen Sie zwei Stunden vor dem Saunagang keine großen und schweren Mahlzeiten zu sich.
  • Duschen Sie vor dem ersten Saunagang und trocknen Sie sich gründlich ab. Wenn Sie nass in den Schwitzraum treten, muss erst das Duschwasser verdunsten, bevor Sie anfangen können zu schwitzen.
  • Wenn Sie vorher sportlich betätigt haben, warten Sie, bis sich Ihr Puls etwas beruhigt hat.
  • Wenn Sie einmal in der Woche saunieren, machen Sie höchstens drei Gänge.
  • Die Dauer des ersten Ganges sollte 8 bis 12 Minuten betragen, die des zweiten bis zu 15 Minuten.
  • Die empfehlenswerteste Körperhaltung ist das Liegen, da sich dabei der gesamte Körper in einer Temperaturzone befindet. Alternativ können Sie während des Sitzens die Beine anziehen, beim normalen Sitzen sind die Beine sonst in einer kühleren Zone als der Oberkörper. Gegen Ende des Saunaganges sollten Sie sich eine Stufe tiefer setzen und sich etwa 2 Minuten vor Schluss vollständig aufrichten, um den Organismus auf das Aufstehen einzustimmen.
  • Mit dem Aufguss wird die Luftfeuchtigkeit abrupt um 50 Prozent angehoben; der Körper erhält einen extremen Hitzewall. Ein Aufguss ist zwar nicht unbedingt notwendig, sollte aber immer am Schluss des Schwitzbades erfolgen.
  • Gehen Sie niemals ausgekühlt in die Sauna, sondern akklimatisieren Sie sich zunächst mit einem warmen Fußbad, einer warmen Dusche oder einem warmen Getränk.
  • Gehen Sie nach dem ersten Durchgang zum Abkühlen an die frische Luft oder ans offene Fenster und bewegen Sie sich, um den Kreislauf anzuregen. Gießen Sie sich danach - immer in Richtung des Herzens - kalt ab. Wer gesundheitlich topfit ist, darf sich noch einen Aufenthalt im Tauchbecken genehmigen.
  • Damit Sie nicht nachschwitzen und sich schlapp fühlen, ist ein warmes Fußbad empfehlenswert, so weiten sich die Arterien und die innere Wärme des Körpers wird abgegeben.
  • Legen Sie sich mindestens 12 Minuten ruhig hin und entspannen Sie sich.
  • Versuchen Sie, während des Saunierens nicht zu trinken. Der Organismus bedient sich sonst zunächst von der getrunkenen Flüssigkeit, sodass der Abtransport der Stoffwechselendprodukte behindert wird. Nach dem Saunen können Sie dann so viel trinken, wie Sie möchten.
Wann ist die Sauna tabu?

  • Bei einer Erkältung sollten Sie den Saunabesuch verschieben, da das Immunsystem sonst zusätzlich geschwächt wird.
  • Bei schweren Venenerkrankungen sollten Sie vorher Ihren Arzt konsultieren.
  • Während der Entzündungsschübe bei Rheumaerkrankungen ist vom Saunieren abzuraten.
  • Bei Bluthochdruck verzichten Sie bitte auf das Tauchbecken.
  • Bei Entzündungen der inneren Organe, der Blutgefäße oder der Haut sowie bei schweren Nierenproblemen sollten Sie generell auf die Sauna verzichten.